kulturrevolution – Sozialer Widerstand https://swiderstand.blackblogs.org Für die soziale, antipolitische und antinationale Selbstorganisation des Proletariats! Thu, 06 Feb 2025 16:34:15 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.7.1 https://swiderstand.blackblogs.org/wp-content/uploads/sites/1128/2022/05/cropped-28385945-32x32.png kulturrevolution – Sozialer Widerstand https://swiderstand.blackblogs.org 32 32 Neue Broschüre: Revolutionäre Kritik des Trotzkismus https://swiderstand.blackblogs.org/2023/08/09/revolutionaere-kritikdestrotzkismus/ Wed, 09 Aug 2023 10:48:31 +0000 https://swiderstand.blackblogs.org/?p=657 Unsere neue Broschüre „Revolutionäre Kritik des Trotzkismus“ (ca. 137 Seiten) von Soziale Befreiung ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de oder direkt bei uns auch als E-Book bestellen.

Inhalt

Einleitung

Paul Mattick, Bolschewismus und Stalinismus

Konkurrenten um die Macht

Die Bolschewisten und die Spontaneität der Massen

Die Partei-„Maschinerie“

Trotzki, ein Apologet des Stalinismus

Das Resultat: Staatskapitalismus

Willy Huhn, Trotzki und die proletarische Revolution

Fabrikräte und Arbeiterkontrolle

Anmerkungen des Verfassers

Willy Huhn, Trotzkis Bonapartismus 1918 bis 1923

Anmerkungen des Verfassers

Willy Huhn, Zur Theorie des „Arbeiterstaates“ in Russland

Anmerkungen des Verfassers

Nelke, Der Trotzkismus – eine Ideologie der Kapitalvermehrung

1. Der klassische Marxismus zwischen antikapitalistischer Kritik und nationalkapitalistischer Politik

2. Revolution und Konterrevolution in „Sowjet“-Russland (1917-1921)

3. Der Marxismus-Leninismus als staatskapitalistische Ideologie und Praxis

4. Der Trotzkismus als oppositionelle staatskapitalistische Ideologie

5. Wie der Trotzkismus den Privatkapitalismus reproduziert

6. Trotzkismus und Krieg

Nelke, Über Paul Mattick und Willy Huhn

1. Die Entwicklung des Rätekommunismus in Deutschland und in den Niederlanden

2. Paul Mattick

3. Die Schrift Bolschewismus und Stalinismus

4. Willy Huhn

5. Huhns Schriften gegen den Trotzkismus

Wie der Trotzkismus den Privatkapitalismus reproduziert

Innerhalb des Privatkapitalismus betrieb und betreibt der Trotzkismus eine Politik des gewerkschaftlichen und parlamentarischen Sozialreformismus einschließlich von Einheitsfronten mit der Sozialdemokratie und dem Marxismus-Leninismus. Besonders letzteres war selbstmörderisch. So war der Trotzkismus in Vietnam in den 1930er Jahren relativ stark. Doch er ging eine Einheitsfront mit den StalinistInnen ein. Letztere bauten in den 1940er Jahren die Guerillaorganisation Viet Minh auf, die auch blutig gegen TrotzkistInnen vorging.

Nach Trotzkis Ansicht hätte auch in Deutschland nur eine Einheitsfront aus Sozialdemokratie und Stalinismus die Machtübergabe an die Nazis verhindern können. Eine Einheitsfront aus jenen zwei bürgerlich-bürokratischen Parteiapparaten, die real arbeitsteilig-konkurrenzförmig die kampflose Kapitulation des Proletariats organisiert hatten?! Wirkliche RevolutionärInnen traten für den selbstorganisierten Klassenkampf – unabhängig von und gegen die Partei- und Gewerkschaftsapparate – gegen Weimarer Republik und Nazis ein. Aus revolutionärer Perspektive hätte der Faschismus in Deutschland nur verhindert werden können, wenn das Proletariat die Weimarer Republik vor der Machtübertragung an die Nazis revolutionär zerschlagen und damit die Voraussetzung für eine klassen- und staatenlosen Gemeinschaft geschaffen hätte. Sozialdemokratische, marxistisch-leninistische und trotzkistische Parteiapparate konnten und können nur den Kapitalismus in privater oder verstaatlichter Form reproduzieren.

Nach der Machtübertragung an die Nazis im Jahre 1933 hielt Trotzki die von Moskau geführte „Kommunistische“ Internationale nicht mehr für reformierbar. Er trat jetzt für den Aufbau einer „Vierten Internationale“ ein, die offiziell 1938 gegründet wurde und später in mehrere globalen trotzkistischen Zusammenschlüsse zerfiel. Heute ist der Trotzkismus in seinen Hauptströmungen stark sozialdemokratisiert. So wirken in Deutschland in der Partei Die Linke, die einige Bundesländer und Kommunen mitregiert, also zum Politpersonal der Bourgeoisie gehört, auch einige TrotzkistInnen mit. Auch die radikalere trotzkistische Sozialistische Gleichheitspartei (SGP), die die Anpassung anderer Trotzkismen an Die Linke scharf kritisiert, nimmt selbst am politischen Wahlzirkus teil. Bei parlamentarischen Wahlen sind ProletarierInnen nichts als Stimmvieh, die ihre strukturellen KlassenfeindInnen, die BerufspolitikerInnen, ermächtigen zu regieren oder systemloyal zu opponieren. Indem die SGP an Parlamentswahlen teilnimmt, hilft sie dabei das demokratische Regime in diesem Land zu reproduzieren, auch wenn sie keine Chance auf Parlamentsmandate hat.

Die meisten trotzkistischen Strömungen erzeugen zum Beispiel in der BRD Illusionen in die bürgerlich-bürokratischen Gewerkschaftsapparate, die durch das Tarifvertragsgeschäft, das Sitzen ihrer FunktionärInnen in den Aufsichtsräten der Konzerne (Wirtschaftsdemokratie) sowie in den sozialpartnerschaftlich-reformistischen Betriebs- und Personalräten (Arbeitsdemokratie) tief in das deutsche Nationalkapital und in viele Einzelkapitale als Co-Managerinnen der kapitalistischen Ausbeutung integriert sind. Zwar schimpfen die TrotzkistInnen auf die Gewerkschaftsbürokratie, doch erzeugen die meisten von ihnen Illusionen in die klassenkämpferische und sozialemanzipatorische Reformierbarkeit der Gewerkschaften. Ja, TrotzkistInnen übernehmen ehren- und gar hauptamtliche Funktionen in ihnen.

Antipolitische SozialrevolutionärInnen gehen von einem antagonistischen Klassengegensatz in den Gewerkschaften aus. Auf der einen Seite die bürgerlich-bürokratischen Gewerkschaftsapparate aus hauptamtlichen FunktionärInnen – die sozial nicht zum Proletariat gehören, sondern eine besondere Schicht von ManagerInnen bilden – und auf der anderen Seite die lohnabhängige Basis. Dieser Klassengegensatz entfaltet sich bereits im reproduktiven Klassenkampf innerhalb des Kapitalismus. Oft entwickelt sich in längeren, noch offiziell von den Gewerkschaften „geführten“ Arbeitsniederlegungen die Doppelherrschaft aus der klassenkämpferischen Selbstorganisation des Proletariats auf der einen und den Gewerkschaftsapparaten auf der anderen Seite. In wilden Streiks, die sich ohne oder gar gegen die Gewerkschaften entwickeln, kommt die klassenkämpferische Selbstorganisation des Proletariats klar zum Ausdruck. Sowohl auf informelle Weise als auch in Form von gewerkschaftsunabhängigen Streikkomitees.

Gewerkschaftsfeindliche SozialrevolutionärInnen können in nichtrevolutionären Zeiten Mitglieder in Gewerkschaften sein. Sie dürfen aber keine Illusionen in deren sozialemanzipatorische und klassenkämpferische Reformierbarkeit schüren und keine ehren- oder gar hauptamtliche Funktionen in ihnen übernehmen. SozialrevolutionärInnen streben langfristig die revolutionäre Zerschlagung der Gewerkschaften an.

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Neue Broschüre: Analyse und Kritik der Warenproduktion https://swiderstand.blackblogs.org/2023/07/26/neue-broschuere-analyse-und-kritik-der-warenproduktion/ Wed, 26 Jul 2023 22:26:30 +0000 https://swiderstand.blackblogs.org/?p=642 Unsere neue Broschüre „Analyse und Kritik der Warenproduktion“ (ca. 139 Seiten) von Soziale Befreiung ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de oder direkt bei uns auch als E-Book bestellen.

Inhalt

Einleitung

Gebrauchs-, Produktions- und Tauschwert

I. Gebrauchs- und Produktionswert – allgemeine Kategorien der menschlichen Produktion

1. Der Gebrauchswert

2. Der Produktionswert

II. Der Tauschwert – besondere Kategorie der Warenproduktion

1. Die Entwicklung des Tauschwertes mit der Produktion für den Austausch

2. Tausch- und Gebrauchswert in der Warenproduktion

3. Tausch- und Produktionswert in der Warenproduktion

4. Der Mehrwert – ein ganz besonderer Teil des kapitalistisch produzierten Tauschwertes

5. Das Dreiecksverhältnis Tausch-, Gebrauchs-, und Produktionswert in der Warenproduktion

III. Kritik der marxistischen Begriffsverwirrung

1. Keine klare Unterscheidung zwischen Produktions- und Tauschwert

2. Nicht Doppel-, sondern Dreifachcharakter der Ware

Warenproduktion

I. Kleinbürgerliche Warenproduktion und kapitalistischer Handel

1. Kleinbürgerlich-selbstproduktives Eigentum an den Produktionsmitteln

2. Die embryonale Ausbeutung von Lohnarbeit in der kleinbürgerlichen Warenproduktion

3. Kapitalistischer Waren- und Geldhandel.

II. Kapitalistische Warenproduktion

1. Von der kleinbürgerlichen zur kapitalistischen Warenproduktion

2. Kapitalistische Warenproduktion auf Basis der Sklaverei

3. Kapitalistische Warenproduktion auf Basis der Lohnarbeit

4. Die Krisendynamik der industriekapitalistischen Warenproduktion

Die Entwicklung des Geldes als Verselbständigung und Abstraktion des Tauschwertes

1. Der noch nicht verselbständigte Tauschwert beim Naturaltausch

2. Die Herausbildung des allgemein anerkannten Tauschmittels

3. Die Funktionen des Geldes

4. Produktions- und Tauschwert des Metallgeldes

5. Gold als Weltgeld

6. Die Emanzipation des Buch- und Papiergeldes gegenüber der metallischen Basis

Ware-Geld-Beziehungen als verdinglichte gesellschaftliche Verhältnisse

1. Freie Marktsubjekte und Konkurrenzindividuen

2. Warenästhetik

3. Geldfetischismus

Die politische Organisation der industriekapitalistischen Warenproduktion

1. Politische Macht und Ohnmacht der Bourgeoisie in der eurasischen Übergangsperiode zum Industriekapitalismus

2. Staatlich garantierte freie Marktsubjektivität

3. Wirtschaftlicher und politischer Liberalismus

4. Die Integration der institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung in den demokratischen Staat

5. Die extreme Mitte, Rechts- und Linksreaktion

6. Staatsinterventionismus und (klein)bürgerlicher Konkurrenzindividualismus

7. Der Nationalismus der freien Marktsubjekte und Konkurrenzindividuen

8. Sozialökonomische Aspekte des Imperialismus

Praktisch-geistige Reproduktion oder revolutionäre Aufhebung des Tauschwertes?!

I. Die marxistische und anarchistische Reproduktion des Tauschwertes

1. Inkonsequenzen des klassischen Marxismus

2. Die marxistisch-leninistische Verstaatlichung der Warenproduktion

3. Der Trotzkismus als eine oppositionelle staatskapitalistische Ideologie

4. Marktsozialismus

5. Die anarchistische Reproduktion der Warenproduktion

II. Die kommunistische Überwindung des Tauschwertes

1. Objektive Voraussetzung: ein großer Anteil des Weltproletariats an der globalen Bevölkerung

2. Objektiv-subjektive Voraussetzung: die revolutionären Tendenzen des reproduktiven Klassenkampfes

3. Objektiv-subjektive Voraussetzung: revolutionäre Situationen

4. Objektiv-subjektive Voraussetzung: die revolutionäre Klassenkampforganisation

5. Objektiv-subjektive Voraussetzung: die antipolitische Zerschlagung des Staates

6. Objektiv-subjektive Voraussetzung: die gesamtgesellschaftliche Verfügungsgewalt über Produktionsmittel

7. Objektiv-subjektive Voraussetzung und Folge: die klassen- und staatenlose Weltgemeinschaft

III. Inkonsequenzen auf einem richtigen Weg

1. GIK, Grundprinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung

2. Guenther Sandleben, Gesellschaft nach dem Geld

Geldfetischismus

Die verdinglichte menschlich-gesellschaftliche Ware-Geld-Beziehung produziert notwendigerweise ein falsches Bewusstsein, den Geldfetischismus. Das tote Ding Geld bekommt in der Ideologie der Marktsubjekte – und auch ProletarierInnen sind als VermieterInnen ihrer Arbeitskraft und als KäuferInnen von Lebensmitteln kleinbürgerliche Marktsubjekte – eine lebendige Gestalt. Es bekommt Eigenschaften von lebendigen Menschen angedichtet. Dieser Geldfetischismus kommt auch in Alltagssprüchen zum Ausdruck. Zum Beispiel in diesem: „Geld regiert die Welt.“ Geld kann nicht regieren. Es sind kapitalistische GeldbesitzerInnen, die die Welt regieren, aber nicht das tote Ding Geld. Es ist der menschliche Besitz des Geldes, die Macht demonstriert. Die Macht, sich Arbeitskräfte zu mieten, Prostituierte sexuell zu benutzen oder sich Regierungsentscheidungen zu kaufen. Es sind die gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen in einer kapitalistischen Warengesellschaft, die dem toten Ding Geld eine solche Macht verleihen. Und auch kapitalistische GeldbesitzerInnen werden von der Ware-Geld-Beziehung und deren Krisen mehr beherrscht, als dass sie umgekehrt die Ware-Geld-Beziehung beherrschen.

„Geld muss arbeiten!“ lautet eine Weisheit der kapitalistischen Warenproduktion. Sie ist durch und durch falsches Bewusstsein, wie sie aber notwendigerweise von der verdinglichten menschlich-gesellschaftlichen Ware-Geld-Beziehung produziert wird. Geld kann nicht arbeiten. Es sind produktionsmittelbesitzende KleinbürgerInnen und Lohnabhängige, die materiell-praktisch Waren und warenförmige Dienstleistungen produzieren, deren Verkauf dann das Geld vermehrt. In der kapitalistischen Warenproduktion vermehren die ProletarierInnen durch ihre Lohnarbeit das Geld der Bourgeoisie. „Geld muss arbeiten“ lenkt von der Ausbeutung des proletarischen Menschen durch die menschlichen Produktionsmittel- und GeldbesitzerInnen ab. „Arbeitendes“ beziehungsweise „sich vermehrendes Geld“ ist die Umwandlung des Geldkapitals in menschliches produktives Kapital, das dann für die Bourgeoisie noch mehr Geld produziert. Die wirkliche Produktivität der LohnarbeiterInnen wird durch den Geldfetischismus zur scheinbaren Produktivität des Kapitals beziehungsweise der Bourgeoisie. Dies wird auch durch die Bezeichnung „kapitalistische WarenproduzentInnen“ für KapitalistInnen deutlich. Doch KapitalistInnen produzieren keine Waren, sondern lassen diese von ihren Lohnabhängigen produzieren und verkaufen. Der positive Geldfetischismus, der in dem Satz „Geld muss arbeiten“ so „wunderbar“ zum Ausdruck kommt, verschleiert also die kapitalistische Ausbeutung der Lohnarbeit.

Zum negativen Geldfetischismus neigen dagegen weltweit Millionen ProletarierInnen, die am Ende des Geldes noch so viel Monat übrighaben. Die nicht wissen, wie sie die wichtigsten Dinge bezahlen sollen und deshalb nachts nicht schlafen können. Viele fluchen dann laut oder leise: „Scheiß Geld!“. Doch es ist nicht das tote Ding Geld, was sie bedrückt, es sind die verdinglichten menschlich-gesellschaftlichen Verhältnisse, die sie dazu sozialökonomisch zwingen, ihre Arbeitskraft gegen Geld zu vermieten, um sich dafür dann die notwendigsten Lebensmittel zu kaufen. Es ist die kapitalistische Produktionsweise, die die grenzenlose Vermehrung des Geldes zum Hauptzweck des ganzen Geschehens macht. Deren Tendenz dafür ProletarierInnen überauszubeuten, so dass deren biosoziale Reproduktion gefährdet ist. So dass diejenigen, die ganz viel Geld für die Bourgeoisie produzieren, in der Regel relativ – und nicht gerade selten auch absolut – wenig selbst davon haben. Der Fluch „Verdammtes Geld!“ lenkt von den Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Warenproduktion nicht weniger ab wie der positive Geldfetischismus.

Der negative Geldfetischismus reagiert sich wütend und hasserfüllt am Geld ab, während die anderen politökonomischen Kategorien der bürgerlichen Gesellschaft bejaht und begrüßt werden. So ist es bei vielen linken und rechten IdeologInnen gang und gebe die „Realwirtschaft“ – also die kapitalistische Warenproduktion – gegen die böse Finanz- und Bankenwelt auszuspielen. Als ob nicht die ganze „Realwirtschaft“ notwendig vom Ziel befeuert würde, das Geld grenzenlos zu vermehren. Wer zwischen Banken und der „Realwirtschaft“ als zwischen „böse“ und „gut“ unterscheidet, ist objektiv ein/e Demagoge/in.

Der negative Geldfetischismus wird von den untereinander konkurrierenden Marktsubjekten – einschließlich der ProletarierInnen – gegenseitig moralisierend als ethischer Überbau des Konkurrenzkampfes in Stellung gebracht. Die jeweils anderen denken nur an das Geld! So kann die sozialökonomische Tatsache, dass fast alle Menschen im Kapitalismus die verdinglichte Ware-Geld-Beziehung leben und gezwungenermaßen ihr Leben, Tun, Denken und Fühlen mehr oder weniger vom Geld bestimmt ist, ausgeblendet, von sich selbst als Marktsubjekt abgelenkt und moralisierend-gehässig auf die jeweils anderen gelenkt werden. Der negative Geldfetischismus verband sich mit dem Antijudaismus und richtete sich mörderisch-hasserfüllt gegen „die Geldjuden“. Die kleinbürgerliche und kapitalistische Warenproduktion badete sich in Judenblut, wodurch auch „arische“ KleinbürgerInnen und Bourgeois ihr Geld auf Kosten der jüdischen Konkurrenz vermehren konnten.

Für die Nazis waren die Juden eine geldgierige „Rasse“. Hier ein Zitat von Hitler, welches das ziemlich gut veranschaulicht. So schrieb er am 16. September 1919: „Der Antisemitismus als politische Bewegung darf nicht und kann nicht bestimmt werden durch Momente des Gefühls, sondern durch die Erkenntnisse von Tatsachen. Tatsachen aber sind: Zunächst ist das Judentum unbedingt Rasse und nicht Religionsgemeinschaft. Und der Jude selbst bezeichnet sich nie als jüdischen Deutschen, jüdischen Polen oder etwa jüdischen Amerikaner, sondern stets als deutschen, polnischen oder amerikanischen Juden. Noch nie hat der Jude von fremden Völkern, in deren Mitte er lebt, viel mehr angenommen als die Sprache. Und damit ergibt sich die Tatsache, dass zwischen uns eine nichtdeutsche, fremde Rasse lebt, nicht gewillt und auch nicht imstande, ihre Rasseneigenarten zu opfern, ihr eigenes Fühlen, Denken und Streben zu verleugnen, und die dennoch politisch die gleichen Rechte besitzt wie wir selber. Bewegt sich schon das Gefühl des Juden im rein Materiellen, so noch mehr sein Denken und Streben. Der Tanz ums Goldene Kalb wird zum erbarmungslosen Kampf um alle jene Güter, die nach unserem inneren Gefühl nicht die höchsten und einzig erstrebenswerten auf dieser Erde sein sollen.

Sein Mittel zum Kampf ist jene öffentliche Meinung, die nie ausgedrückt wird durch die Presse, wohl aber immer durch sie geführt und gefälscht wird. Seine Macht ist die Macht des Geldes, dass sich in Form des Zinses in seinen Händen mühe- und endlos vermehrt, und den Völkern jenes gefährlichste Joch aufzwingt, dass sie seines anfänglichen goldenen Schimmers wegen so schwer in seinen späteren traurigen Folgen zu erkennen vermögen. Alles was Menschen zu Höherem streben lässt, sei es Religion, Sozialismus, Demokratie, es ist ihm alles nur Mittel zum Zweck, Geld- und Herrschgier zu befriedigen. Sein Wirken wird in seinen Folgen zur Rassentuberkulose der Völker.“

Hier sehen wir deutlich, wie der Kleinbürger Hitler den negativen Geldfetischismus mit der „wissenschaftlichen Rassenlehre“ verknüpfte. Die eigene kleinbürgerliche Konzentration auf das Geld wurde auf die „anderen“, die Juden und Jüdinnen, projiziert und diese Objekte der eigenen Projektion fanatisch bekämpft. Nun ja, indem die Nazis 1933 von der Mehrheit der deutschen Bourgeoisie als ihre offiziellen Folterknechte und Mordbuben gemietet wurden, konnten nicht wenige Nazibonzen ihre Taschen mit Geld füllen. Durch die „Arisierung der deutschen Wirtschaft“ konnten „arische“ KapitalistInnen auf Kosten der enteigneten jüdischen Bourgeoisie ihr Geld vermehren. Negativer Geldfetischismus als Moment des Konkurrenzkampfes im Rahmen der Geldvermehrung.

…..

Der Wirtschaftsliberale Silvio Gesell hatte nichts gegen die kapitalistische Warenproduktion an sich, als negativer Geldfetischist reagierte er sich am zinstragenden Bankkapital ab. Als ArbeiterInnen galten ihm fast alle Klassen und Schichten der kapitalistischen Gesellschaft, von den KönigInnen bis zu den HilfsarbeiterInnen – nur die von Kapitalzinsen Lebenden galten ihm als SchmarotzerInnen. Das war die alte Gegenüberstellung des „produktiven“ Kapitals, das in der Industrie und im Handel angelegt war, gegen das „schmarotzende“ zinstragende Kapital. Diese Ideologie, die nicht nur von Gesell produziert wurde, unterschlägt, dass im Kapitalismus nur das Proletariat und das KleinbürgerInnentum produktiv sind. Erstere vermehrt durch dessen Arbeit das Kapital der Bourgeoisie. Der Zins, von dem einige Angehörige der Bourgeoisie leben, ist lediglich ein Teil des Mehrwertes, der durch die Ausbeutung des Proletariats entsteht. Auch unterschlug Gesell, dass es auch dem Industrie- und Handelskapital um die Vermehrung des Tauschwertes, also des Geldes, geht. Gießkannen, Panzer und pazifistische Bücher werden nur hergestellt, wenn ihre Produktion und Verkauf den KapitalistInnen mehr einbringen als das ganze kostet. Allerdings verband Gesell seinen negativen Geldfetischismus nicht mit dem Antijudaismus, er stellte also das zinstragende Kapital nicht als „jüdisches“ dar. Total reaktionär war seine Ideologie trotzdem, weil sie die Quelle des kapitalistischen Geldreichtums, die Ausbeutung des Proletariats im Produktionsprozess, verdunkelte. Gesell war also ein Freund der kapitalistischen Warenproduktion und ein negativer Geldfetischist. Er kam auf die Idee ein „Schwundgeld“ oder „Knochengeld“ zu schaffen, das Geld sollte also aus einem Material geschaffen werden, das seine Substanz verlieren würde und deshalb nicht gehortet werden könnte.

Auch der kommunistische Anarchist Erich Mühsam (siehe Kapitel I.5 der Schrift Praktisch-geistige Reproduktion oder revolutionäre Aufhebung des Tauschwertes) triftete teilweise in negativen Geldfetischismus ab. Er schrieb über die Geldtheorie von Gesell: „…seine Geldtheorie dagegen scheint berufen, nicht, wie er annahm das Wirtschaftsregulativ der freiheitlichen Gesellschaft zu werden, wohl aber das Übergangsverfahren vom kapitalistischen Währungssystem zum geldlosen Kommunismus zu ermöglichen.“ (Erich Mühsam, Ein Wegbahner. Nachruf zum Tode Gesells 1930, in: Klaus Schmitt (Hg.), Silvio Gesell. Marx der Anarchisten? Texte zur Befreiung der Marktwirtschaft vom Kapitalismus und der Kinder und Mütter vom patriarchalischen Bodenunrecht,Karin Kramer Verlag, Berlin 1989, S. 297.) Der letzte Satz ist natürlich Unsinn. Mühsam zeigt sich hier als negativer Geldfetischist, der sich am Ding Geld abreagiert, anstatt darüber nachzudenken wie die verdinglichten Tauschverhältnisse der Warenproduktion, also die Ware-Geld-Beziehungen durch eine klassen- und staatenlose gesamtgesellschaftliche Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel aufgehoben werden kann (siehe Kapitel II.6 des Textes Praktisch-geistige Reproduktion oder revolutionäre Aufhebung des Tauschwertes).

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Neue Broschüre: Der chinesische Kapitalismus 2. Teil von 1979 bis heute https://swiderstand.blackblogs.org/2016/02/03/neue-broschuere-der-chinesische-kapitalismus-2-teil-von-1979-bis-heute/ https://swiderstand.blackblogs.org/2016/02/03/neue-broschuere-der-chinesische-kapitalismus-2-teil-von-1979-bis-heute/#respond Wed, 03 Feb 2016 20:30:57 +0000 http://swiderstand.blogsport.de/?p=115 Unsere neue Broschüre: „Der chinesische Kapitalismus 2. Teil von 1979 bis heute“ (ca. 124 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

Inhalt

Einleitung

I. Die Transformation zum Privatkapitalismus
1. Die Privatisierung der Landwirtschaft
2. Die marktwirtschaftliche Umgestaltung des staatlichen Sektors
3. Die Entwicklung der Privatwirtschaft in Industrie und Handel
4. Der Finanzsektor
5. Genossenschaften als kleinbürgerlich-kollektive Warenproduktion
6. Soziale und ökologische Folgen der Kapitalvermehrung
7. Kontinuität und Veränderung im politideologischen Überbau

II. Die Stellung Chinas im Weltkapitalismus (ab 1979)
1. Kapitalimport und -export
2. Warenexport und -import
3. China in der globalen Offensive des Privatkapitals
4. China in der globalen Wirtschaftsentwicklung
5. China in der globalen Konkurrenz der Nationalismen

III. Klassenkämpfe
1. Einige Klassenkämpfe
2. Leben und Kampf der WanderarbeiterInnen
3. Raue Formen der proletarischen Diktatur und sozialreformistische
Befriedungsstrategien
4. Es gibt kein Zurück in die Zukunft
5. Sozialrevolutionäre Perspektiven

6. Soziale und ökologische Folgen der Kapitalvermehrung

Aus Geld mehr Geld machen! Das ist der ganze Sinn der kapitalistischen Produktionsweise. Die maß- und grenzenlose Vermehrung des verselbständigten Ausdruckes des Tauschwertes nimmt kaum Rücksicht auf die biosozialen Reproduktionsbedürfnisse der menschlichen Arbeitskräfte und der Regenerierungsnotwendigkeiten der natürlichen Umwelt. Die Umwelt schonen? Das kostet zu viel Geld! Teurer Arbeitsschutz? Wir sind hier nicht bei der Heilsarmee! Die Zwangsgesetze des globalen kapitalistischen Konkurrenzkampfes zwingen den Einzel- und den Nationalkapitalen Sparsamkeit an Geld und Verschwendung an menschlichen Arbeitskräften und natürlichen Ressourcen auf. Da die Staaten im Weltkapitalismus entweder ideelle oder praktische Gesamtkapitalisten (siehe Kapitel I.7) sind, sind auch sie der Vermehrung der Nationalkapitale verpflichtet. Natürlich, ganz besonders krasse Fälle von schonungsloser Ausbeutung gefährden die biosoziale Reproduktion der menschlichen Gesellschaft und die Regeneration der Natur. Deshalb schützen die Nationalstaaten mehr schlecht als recht durch nationale Gesetze und internationale Verträge die menschlichen Arbeitskräfte und die Natur gegenüber der kapitalistischen Überausbeutung, auf das sich die „normale“ Ausbeutung reproduzieren kann. Aber schon die „normale“ kapitalistische Ausbeutung ist gnadenlos gegenüber Mensch und Natur und die Grenzen zur Überausbeutung sind sehr fließend. Die sozialen und ökologischen Folgen der maß- und grenzenlosen Kapitalvermehrung sind entsprechend.
Auch und gerade in China. Folgende Zahlen verdeutlichen dies – und nicht vergessen: hinter jeder von uns aufgeführten Zahl stehen Einzelschicksale, in Blut ertränkte Träume und Hoffnungen. Bei einem Brand am 19. November 1993 in einer Plastikspielzeugfabrik in Jili (Wirtschaftssonderzone von Shenzhen) fanden 87 Menschen den Tod und 40 weitere wurden verletzt. Das chinesische Arbeitsministerium veröffentlichte für 1994 folgende Statistik: 40.000 Brände mit 2.748 Toten und 4.277 Verletzten, 264 schwere Brände mit 585 Toten und 477 Verletzten, 11.502 Unfälle (außer Bergwerke) mit 7.896 Toten sowie 7.918 Bergwerksunfälle mit 11.484 Toten. Mensch unterscheidet 900 Arten von möglichen Arbeitsunfällen an den Produktionsstädten, darunter auch in den „Drei in eins Fabriken“ (siehe zu diesen Kapitel II.1). 70% der Arbeitsunfälle passierten in Betrieben mit ausländischem Kapital. In diesen Fabriken sind die Hauptursachen für Unfälle: Feuer, Nichtbeachtung der Bauvorschriften, Einsatz von alten Maschinen. (Siehe Change April 1995.) Eine Meldung von AFP berichtete, dass 230.000 Frauen, die in den Schuhfabriken mit taiwanesischen Kapital in Südosten der Provinz Fujian arbeiten, durch Benzoldämpfe vergiftet worden waren, die fünf bis zehnmal über der erlaubten Dosis lagen. Drei von ihnen sollen gestorben sein. Zahlreiche Arbeiterinnen litten an schweren Erkrankungen, und ein Teil von ihnen soll sich in kritischem Zustand befinden. (Ebenda, April 1996.) Wie gesagt, hinter jeder Zahl ein Einzelschicksal…
Am 12. August 2015 ereigneten sich die Explosionen in Tianjin, worüber wir bei Wikipedia lesen konnten: „Infolge zweier, innerhalb kurzer Zeit aufeinanderfolgender Explosionen in Tianjin starben am 12. August 2015 173 Personen, 797 Personen wurden verletzt.
Nachdem am späten Abend des 12. August die Feuerwehr zu einem Brand in einem Lagerhaus gerufen worden war, ereigneten sich um ungefähr 23:36 Ortszeit (17:36 MESZ) im Abstand von etwa 30 Sekunden zwei Detonationen in einem Container-Lager des Stadtteils Binhai im Hafen Tianjin, China. Die Explosionen wurden mit 2,3 und 2,9 auf der Momenten-Magnituden-Skala als Erdbeben wahrgenommen, die entstandene Rauchwolke war mehrere hundert Meter hoch; das China Earthquake Networks Center berichtete, die erste Explosion hatte ein TNT-Äquivalent von etwa drei, die zweite eines von 21 Tonnen gehabt.
Der Grund für die Explosionen war nicht sofort bekannt, einige Berichte gingen von einem Arbeitsunfall aus. Die staatlichen Medien in China gaben an, die erste Explosion sei durch ein unbekanntes, gefährliches Material in Transportcontainern ausgelöst worden. Diese hätten sich in einem Lagerhaus von Ruihai Logistics Co Ltd. befunden, einem auf den Transport von gefährlichen Gütern spezialisierten Unternehmen.“ (Wikipedia, Stichwort: Explosionskatastrophe von Tianjin 2015.)
Über die Ursachen konnten wir lesen: „Nach der Einleitung von Untersuchungen seitens der Obersten Volksstaatsanwaltschaft Chinas wurden wenige Tage nach dem Unglück der Vorstandschef Yu Xuwei, sein Stellvertreter Dong Shexuan sowie weitere neun Mitarbeiter von Ruihai Logistics und ein Mitarbeiter in Gewahrsam genommen. Auch ein Mitarbeiter einer Firma, die ein Sicherheitsgutachten für die Transportfirma erstellte, wurde festgenommen. Der Vorwurf lautete auf illegale Lagerung von Gefahrgut. Zhi Feng, der Generalmanager von Ruihai Logicistics und sein Stellvertreter Shang Qingsen wurden unter Hausarrest gestellt.
Die Nachrichtenagentur Xinhua konnte die Besitzverhältnisse der betroffenen Firma offenlegen. Als Haupteigentümer mit 55 % der Anteile wird offiziell Li Liang geführt, doch dieser ist nur ein Strohmann für seinen Cousin Yu Xuewei, den früheren stellvertretenden Leiter der staatlichen Ölfirma Sinochem Group in Tianjin. Die restlichen 45 % gehören Dong Shexuan, dem Sohn des früheren Polizeichefs von Tianjin. Für Dong agierte sein früherer Mitschüler Shu Zheng als Strohmann, was Dong mit der Bekanntheit seines Vaters entschuldigte, die ihn anderenfalls Probleme befürchten ließ, zumal sein 2014 verstorbener Vater auch unter Korruptionsverdacht stand.
Yu und Dong beschlossen, nachdem sie sich bei einem Essen kennengelernt hatten, im November 2012 eine Logistikfirma zu gründen. Dong soll gute Beziehungen im Bereich von Feuerwehr und Polizei gehabt haben, während Yu diese im Bereich der Arbeitssicherheit und des Umweltschutzes hatte. Mit ihren Beziehungen sollen sie die entsprechenden Papiere für den Aufbau der Firma gesichert haben. So erklärte Dong, dass seine ,Guanxi‘ (im Deutschen in etwa: Beziehungen) ihm bei der regelmäßigen Beschaffung von Papieren zur Feuersicherheitsinspektion geholfen hätten, da er nur zu den zuständigen Stellen gehen brauchte und dann die entsprechenden Papiere bekam. Dong machte dabei keine Angaben, ob es zu Bestechung gekommen sei oder nicht.
Ein erstes Gutachten zur Sicherheit des Betriebes an diesem Standort war negativ, doch Dong gab an, dass Yu ein zweites Gutachten einer neuen Firma in Auftrag gegeben habe, das dann Unbedenklichkeit bescheinigte. Der zuständige Leiter des Planungsbüros für den Firmensitz gab an, dass alle Papiere, die ihm vorgelegt wurden, unproblematisch waren und die Ansiedlung entsprechend genehmigt wurde. Als Manager für die Firma war Zhi Feng tätig, der für Yu bei Sinochem gearbeitet hatte. Es wurde auch bekannt, dass ein Gutachten über den Umwelteinfluss der Firma entgegen den Bestimmungen nicht veröffentlicht wurde.
Zwischen Oktober 2014 und Juni 2015 hatte die Firma keine Genehmigung, mit Gefahrgut zu arbeiten. Yu erklärte dazu, dass ihm dies nicht notwendig erschien, da auch seine anderen Firmen nicht immer die entsprechenden Lizenzen gehabt hätten.
Am 27. August 2015 leitete die Oberste Volksstaatsanwaltschaft offizielle Ermittlungen gegen 10 Mitarbeiter von Behörden in Tianjin ein, die für das Explosionsunglück verantwortlich gemacht werden. Gegen strenge Auflagen blieben Wu Dai der Leiter der Tianjin Municipal Transportation Commission, Zheng Qingyue, Präsident der Tianjin Port (Group) Co., Ltd., der stellvertretende Leiter der Arbeitssicherheitsbehörde, sowie Mitarbeiter des Zolls in Tianjin auf freiem Fuß. Konkret wird Mitarbeitern des Zolls vorgeworfen, dass sie unerlaubt Zollbescheinigungen für die Chemikalien ausgestellt haben. Der Vorwurf an die anderen Personen lautet auf Vernachlässigung ihrer Dienstpflichten, wodurch sie den gefährlichen und illegalen Betrieb von Ruihai Logistics ermöglicht hätten und sie deshalb für die Katastrophe verantwortlich seien. Außerdem wurde Wang Jinwen, ein hoher Beamter im Verkehrsministerium in die Ermittlungen mit einbezogen, ihm wird Machtmissbrauch vorgeworfen. Wang soll Ruihai Logistics geholfen haben, die Sicherheitsüberprüfungen zu bestehen und Genehmigungen zum Umgang mit Gefahrstoffen zu erhalten.
Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft erklärte, dass die Ermittlungen in drei Schritten vollzogen würden. Als erstes untersuche man die Rolle der 11 Beschuldigten. Dann würde man sich um die Suche nach den Ursachen der Explosion kümmern und alle Verantwortlichen in die Untersuchung einbeziehen. Drittens werde man die Möglichkeit von Korruption untersuchen.“ (Ebenda.)
…..

Die Vermehrung des Kapitals ist weltweit mit dem produktiven und unproduktiven Elend des Proletariats verbunden. Das produktive Elend des lohnabhängigen Proletariats in China werden wir noch weiter unten genauer beschreiben. Proletarisierte Menschen, denen es nicht gelingt, ihre Arbeitskraft zu vermieten, fallen in das unproduktive Elend der Erwerbslosigkeit. Erst mit der Transformation zum Privatkapitalismus wurde in China „das Problem“ der Erwerbslosigkeit offen anerkannt, wie Renate Villing schrieb: „Erst seit der Einführung von Arbeitsverträgen und der Kündigungsmöglichkeit im Jahr 1986 gibt es in China offiziell das Phänomen der Arbeitslosigkeit (失业 shiye), bis dahin sprach man von „Auf-Arbeit-Wartende“ (待业 daiye). Die aus staatlichen Betrieben entlassenen Beschäftigten, die noch keine neue Anstellung gefunden haben (下岗 xiagang) zählen offiziell nicht zu den Arbeitslosen, genauso wenig wie Jugendliche, die noch keine Arbeitsstelle gefunden haben oder Beschäftigte, die in Frührente geschickt wurden. Nach einer Mindestbeitragsdauer von einem Jahr, kann ein Arbeitsloser Ansprüche auf Arbeitslosengeld geltend machen. Die Bezüge sind gering.“ (Renate Villing, Das neue Sozialversicherungsgesetz der VR China, dapg-online.de/Content/…/2011-05_villing_sozialversicherung_china.ht…) 2014 lag die offizielle Arbeitslosenquote bei 4,09 Prozent. Das waren 9,52 Millionen Menschen.
Die privatkapitalistische Ideologieproduktion in Deutschland urteilte 2013 über die offizielle chinesische Arbeitslosenstatistik: „Chinas Statistiker haben eine neue Aufgabe: Sie sollen endlich für zuverlässigere Arbeitsmarktdaten sorgen.
Seit Jahrzehnten liegt die Arbeitslosenquote in der Volksrepublik praktisch konstant bei vier Prozent – sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten. Vor Beginn der Weltwirtschaftskrise lag sie bei glatten vier Prozent. Nur im Frühjahr 2009 war die Zahl für kurze Zeit nach oben geschossen. Doch schon das erste Konjunkturpaket drückte sie wieder nach unten. Auf wie viel Prozent? Auf vier natürlich! Aktuell liegt die Quote bei 4,1 Prozent. Kein Wunder, dass kaum ein Ökonom, der etwas auf sich hält, die offizielle Arbeitslosenzahl wirklich ernst nimmt. Die offiziellen Zahlenwerke des Landes dienten bisher eher als loser Anhaltspunkt zur Lage der Nation.
Die verblüffende Gleichmäßigkeit ist jedoch keinesfalls nur eine plumpe Lüge. Sie hat auch damit zu tun, wie die Daten erfasst werden. Gezählt wird nur die Arbeitslosigkeit in der städtischen Bevölkerung. In China gib es ein besonders strenges und inflexibles Einwohnermeldewesen, den sogenannten Hukou: Wer in der Stadt geboren ist, wird als Stadtbürger registriert. Wer auf dem Lande geboren ist, behält praktisch sein Leben lang eine Registrierung als Bauer. Und als Bauer ist man in der Volksrepublik nicht ohne Arbeit. Man ist eben Bauer.
CrID: 84698293885
Die strenge Unterteilung in Stadt- und Landbewohner hat sozialpolitische Gründe. Weil die Volksrepublik lange Zeit nicht allen ihrer 1,3 Milliarden Menschen eine Sozialversicherung finanzieren konnte, erhielten nur Stadtbürger dieses Privileg. Die Menschen auf dem Land bekamen zur Kompensation ein Stück Land zugeteilt, was sie zur Selbstversorgung bestellen konnten. Die Überschüsse konnten sie den Bürgern in den Städten verkaufen.
Doch im Zuge der Industrialisierung haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer mehr Bauern ihre Parzellen verlassen. Sie sind in die Industrieregionen gezogen, um als sogenannte Wanderarbeiter in den Fabriken ihr Auskommen zu bestreiten. Obwohl sie in den Städten lebten und arbeiteten, blieben sie in der Statistik auf dem Land als Bauern registriert. Nicht wenige von ihnen haben inzwischen sogar studiert oder sind auf anderen Wegen beruflich aufgestiegen. Einige arbeiten längst in schönen Büros in der Stadt. Offiziell sind sie aber weiterhin als Bauern gemeldet.
Wenn nun wie in den vergangenen Jahren auch in China die Konjunktur zum Teil erheblich schwankt, dann tut sie das überwiegend in Branchen wie der Exportindustrie, dem Bauwesen oder der Werftenindustrie, wo eben vor allem Arbeiter vom Lande beschäftigt sind. Ob sie Arbeit haben oder nicht, taucht in der Statistik aber nicht auf. Offiziell sind sie ja weiter Bauern.
So steht derzeit der Verdacht im Raum, dass angesichts des deutlichen Exportrückgangs vor allem nach Europa und in die USA die tatsächliche Arbeitslosenzahl in China dramatisch gestiegen ist. Am Perlflussdelta vor den Toren Hongkongs, wegen seiner Exportindustrie bis vor Kurzem noch bekannt als Werkbank der Welt, ist dieser Rückgang derzeit besonders deutlich zu spüren. Viele der ehemaligen Fabrikarbeiterinnen und Fabrikarbeiter sind nun zurück nach Hause aufs Land gezogen und bestellen wieder ihre Felder.
China ist längst zu einem modernen Land aufgestiegen mit einer hochkomplexen Volkswirtschaft. Wie andere Industriestaaten auch, benötigt die chinesische Führung zuverlässige Daten über die im Land tatsächlich vorherrschende Arbeitslosigkeit. Die neue Führung unter Premier Li Keqiang hat daher die Statistikämter beauftragt, die Erfassung der Daten zu ändern. Wie bei einer Volkszählung ziehen im ganzen Land nun Beamte von Tür zu Tür und befragen die Bewohner nach ihrem Beschäftigungsstatus.
Das ist ein Fortschritt. Auch wenn in der Volksrepublik noch immer die Familie die beste Arbeitslosenversicherung sein mag – Chinas Ökonomen und die Führung sollten wissen, woran sie wirklich sind.“ (Felix Lee, Chinas Märchen von der niedrigen Arbeitslosigkeit, blog.zeit.de/china/…/chinas-marchen-von-der-niedrigen-arbeitslosigkeit.)
Nun ja, Manipulationen an der Arbeitslosenstatistik sind auch im „freien Westen“ Gang und Gäbe. Und auch in China wird das produktive und unproduktive Elend immer stärker durch den Sozialstaat verwaltet und ab 2010 gibt es im Reich der Mitte auch ein ordentliches Sozialversicherungsgesetz, was bürgerliche FreundInnen von Sozial- und Rechtsstaat wie Renate Villing gar nicht laut genug abfeiern können: „Nach fast zwei Jahrzehnten der Konsultation tritt das lange erwartete neue Sozialversicherungsgesetz, welches am 28.10.2010 erlassen wurde, nun am 1. Juli 2011 in Kraft. Es regelt fünf Arten der Sozialversicherung. Dies ist ein historischer Meilenstein, denn bislang basierte das Sozialversicherungssystem der VR China ausschließlich auf einzelnen Bestimmungen und Vorschriften, welche vorwiegend auf lokaler Ebene erlassen wurden.
Das Gesetz garantiert einen Rechtsanspruch auf eine flächendeckende Grundsicherung. Angestrebt wird ein einheitliches Sozialversicherungssystem, das für die städtische und ländliche Bevölkerung gleichermaßen Gültigkeit hat. Hierzu müssen verschiedene Systeme zusammengelegt werden und Leistungsansprüche gegenseitig anrechenbar gemacht werden. Die Altersgrundsicherung soll bereits bis 2015 für das ganze Land realisiert sein. Für das neue Sozialversicherungsgesetz haben europäische und insbesondere deutsche Regelungen Pate gestanden.“ (Renate Villing, Das neue Sozialversicherungsgesetz der VR China, a.a.O.)
Wenn auch das absolute Elend in China zurückging, ist das relative Elend gewachsen, also der soziale Unterschied zwischen der Bourgeoisie, den „kommunistischen“ Politbonzen und dem wohlhabenden KleinbürgerInnentum auf der einen und dem lohnabhängigen und erwerbslosem Proletariat auf der anderen Seite ist stark gestiegen. Oxfam stellte 2013 fest, dass auf die obersten 10 Prozent der reichsten Haushalte fast 60 Prozent des Einkommens entfielen.
Die Bourgeoisie, das „kommunistische“ Politbonzentum und die schnell wachsende Mittelschicht in China bilden auch einen wichtigen Absatzmarkt für die globale Autoindustrie. Und der chinesische Autoverkehr wurde zur häufigsten nichtnatürlichen Todesursache in diesem Lande. So starben in China seit dem Jahr 2005 durchschnittlich 100 000 Menschen durch Verkehrsunfälle pro Jahr. Die Weltgesundheitsbehörde WHO geht davon aus, dass Verletzungen bei Verkehrsunfällen „die Haupttodesursachen bei Chinesen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren darstellen“. Bezogen auf die chinesische Gesamtbevölkerung stellen „Verkehrsunfälle nach Lungenkrebs die häufigste Todesursache dar“. (Zitiert nach: Winfried Wolf, Sieben Krisen – ein Crash, Promedia, Wien 2009, S. 243.) Der kapitalistische Straßenverkehr hat an der Erderwärmung, d.h. dem Anstieg der globalen Mitteltemperatur von 0,74 Grad Celsius zwischen 1906 und 2005 einen nicht geringen Anteil.
Neben den vielen Verkehrstoten produziert der Autoverkehr zusammen mit der Industrie auch reichlich Smog. Anfang Dezember 2015 konnten wir folgendes in der Zeitung lesen: „Wegen dichten Smogs werden in China vorübergehend Tausende Fabriken dicht gemacht. Die Behörden in Peking (…) ordneten die Schließung von 2.100 Firmen an, die zur Umweltverschmutzung beitragen, wie China Dayli am Dienstag (1. Dezember 2015) berichtete. Den Einwohnern wurde empfohlen, nicht nach draußen zu gehen. Als größte Luftverschmutzer gelten Kohlekraftwerke, Industrieanlagen und der rasant zunehmende Autoverkehr – der in Peking allerdings weiterlief.“ (Peking im Smog, in: junge Welt vom 2. Dezember 2015, S. 2.)

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Die Ware-Geld-Beziehung ist das im Kapitalismus alles andere dominierende und zersetzende Verhältnis zwischen den atomisierten Konkurrenzindividuen, die nur über den Markt und den Staat indirekt vergesellschaftet sind. Die individuelle Jagd nach dem Geld, der unaufhörliche Tanz um das goldene Kalb, das ist die Ethik und die Kultur des Kapitalismus. Diejenigen, die Geld genug dazu haben, lassen andere Menschen als von ihnen für Geld gemietete Arbeitskräfte ihr Geld vermehren. Diejenigen die nicht so viel Geld haben, um andere Menschen für Geld zu mieten, müssen sich für Geld mieten lassen, um überleben zu können. Für Geld machen die bürgerlichen Einzelmenschen alles – nicht jeder einzelne, aber in der Summe – sie lassen andere todschuften oder schuften sich selber Tod, sie lassen morden oder morden selbst, sie lassen Frauen die Beine breit machen und viele machen für Geld die Beine breit, um überleben zu können. Ja, die Prostitution ist die besondere Erotik der Ware-Geld-Beziehung, die Perversion der zwischenmenschlichen Beziehungen im Kapitalismus. Freundschaft und Liebe werden durch die Ware-Geld-Beziehung zersetzt und deformiert. „Bei Geld hört die Freundschaft auf“, so lautet ein wichtiger Grundsatz gelebter bürgerlicher Moral. Und bei der Liebe zum Geld hört alles andere auf.
Die sozialen Beziehungen zwischen den bürgerlichen Konkurrenzindividuen sind durch eine extreme Objektivierung und die strukturelle Unfähigkeit zu intersubjektiven Verhältnissen geprägt. Menschen, die untereinander um Profite, Arbeitsplätze und den besten Platz auf dem Strich, auf dem sie sich selbst feilbieten müssen, konkurrieren, wie können die sich anders wahrnehmen als GegnerInnen und FeindInnen? Menschen, die andere Menschen als Arbeitskräfte mieten, also KapitalistInnen, wie können die ProletarierInnen als etwas anderes sehen als menschliche Geldvermehrungsobjekte? Wie können Menschen, die andere Menschen gegen Geld für sexuelle Handlungen mieten – vorwiegend mieten Männer Frauen, aber es funktioniert auch andersherum – diese anderen Menschen anders als Sexualobjekte sehen? Andere Menschen für Geld zu mieten, heißt sie zu Objekten der eigenen sozialpsychologischen Bedürfnisbefriedigung zu machen. Die unpersönliche „unsichtbare Hand des Marktes“ wird zum persönlichen Faustschlag in das Gesicht des Konkurrenten oder des für Geld gemieteten Subjektes, das durch diese Anmietung zum Objekt degradiert wird.
Diese Objektivierung des Menschen durch die Ware-Geld-Beziehung spiegelt sich auch in der Sprache wider. So war es zu Beginn des englischen Kapitalismus eine bürgerliche Sprachgewohnheit die proletarischen Arbeitskräfte „Hände“ zu nennen und sie damit auf das zu reduzieren was allein für das kapitalistische Geschäft wichtig war, auf die Körperorgane, die das Geld vermehrten. Die moderne Sexindustrie reduziert Frauen auf „Ärsche“, „Titten“ und „Fotzen“ und damit auf die Körperorgane, die die vorwiegend männlichen Kunden als Wichsvorlage konsumieren und der Sexindustrie traumhafte Gewinne bescheren. Ja, auch der Mann wird in der Sexindustrie auf „Schwanz“ reduziert. Die „Leistungsträger“ des modernen Kapitalismus, die ManagerInnen mieten „Hände“ um das Geld des Unternehmens zu vermehren, sehen in diesen nichts als Zahlen. Und wenn die „Hände“ zu teuer werden, muss eben eine bestimmte „Zahl“ dieser „Hände“ abgebaut werden. Die Organisierung der Ausbeutung des Proletariats ist ein harter Job, da bleibt den „armen“ Leistungsträgern oft nicht viel Zeit für romantische Beziehungen. Aber sie haben das Geld, um sich „Fotzen“ zu mieten, also für Geld zu ficken – und von der Ware-Geld-Beziehung ordentlich durchgefickt zu werden.
Wo die Konkurrenz herrscht, da gedeihen Neid, Missgunst, Eifersucht und Vernichtungswahn als geistiger Überbau und mentaler Antriebsmotor dieses Kampfes jede/r gegen jede/n. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb des Proletariats sind zum Teil auf Konkurrenz gebaut. Als kleinbürgerliche Marktsubjekte konkurrieren auch ProletarierInnen auf den Arbeits- und Konsummärkten – zum Beispiel um gute Wohnungen zu günstigen Mieten. Dieser innerproletarische Konkurrenzkampf setzt natürlich auch diesen ganzen zwischenmenschlichen Dreck der bürgerlichen Gesellschaft frei. Aber ProletarierInnen sind nicht nur kleinbürgerliche Marktsubjekte, sondern auch Klassenkampfsubjekte. Ein erfolgreicher Klassenkampf erfordert auch innerproletarische Solidarität gegen den Klassenfeind. So ist der proletarische Klassenkampf trotz gewerkschaftlicher Bremsung auf der einen Seite durch notwendige Härte und Gewalt gegenüber den Charaktermasken des Kapitals geprägt, auf der anderen Seite aber auch durch innerproletarische aktive Solidarität als zwischenmenschliche Zärtlichkeit. Das ist der raue Charme des proletarischen Klassenkampfes, der schon keimhaft im Dreck des Kapitalismus die Ethik einer klassen- und staatenlosen Gesellschaft erahnen lassen.
Alles was oben über die Ware-Geld-Beziehung und von dieser dominierten zwischenmenschliche Verhältnisse im Kapitalismus geschrieben wurde, trifft auch auf China zu. Aber auch das, was über die Ethik des proletarischen Klassenkampfes ausgesagt wurde, wie folgende Schilderung des Wanderarbeiters Zeng Fanguo ziemlich gut verdeutlicht: „Da wir weit von zu Hause weg waren, weit weg von den Mädchen, die wir kannten, und da wir nur einmal pro Jahr ins Dorf zurückkehrten, hat der Baustellenleiter angefangen, uns Huren zu besorgen. Damals wohnten wir in Armeezelten auf der Baustelle. Das Mädchen kam in unser Zelt, und wir gingen die Reihe nach auf sie drauf. Mir machte das keinen großen Spaß, aber ich machte es wie meine Kollegen. Das waren arme Mädchen, sie kamen vom Land, wie wir. Gören, denen man Arbeit in der Stadt versprochen hatte und die sich nun gezwungen sahen, für ein großes Schwein auf den Strich zu gehen: tagsüber Parteibulle, nachts Zuhälter, oder umgekehrt… Und eines Tages, wen sehe ich da ins Zelt kommen? Ein etwas reiferes Mädchen, schon ziemlich fertig. Die Jungs fangen an, Witze zu machen: ,Was ist denn das für ein abgenutzter Quersack?‘ Da hat das Mädchen aufgemuckt, und in diesem Moment habe ich sie wiedererkannt. Der Baustellenleiter hat ihr ein paar Ohrfeigen verpasst, und ich bin dazwischen gegangen. Schlägerei. Der Baustellenleiter lag am Boden. Das würde Ärger geben. Aber ich hatte mich nicht mehr zurückhalten können. Das war ein Mädchen aus meinem Dorf. Vom Nachbarhof. Wir waren sogar eine Weile miteinander gegangen. Ich hätte sie vielleicht sogar geheiratet, wenn ich nicht so arm gewesen wäre. Ihr ging es auch so, sie war auch sehr arm. Und nun treffe ich sie hier wieder, zehn Jahre später. Sie hat sich bei mir bedankt, dass ich ihr geholfen habe, und dann ist sie weggegangen. Das hatte allen die Sprache verschlagen. Ich habe sie nie wieder gesehen. Der Chef wollte den Schlag vergessen, gegen einen Monatslohn. So konnte er den Zuhälter entschädigen und seine übliche Provision kassieren.
Doch von diesem Tag an war es nicht wie früher. Gegenüber diesem Mädchen habe ich gesehen, was ich in Wirklichkeit war: ein Arbeitstier, dass man benutzt und wegwirft, wenn es zu nichts mehr nütze ist. Ich bin misstrauisch und verschlossen geworden. Ich habe mich auch verhärtet, und das hat es mir vielleicht ermöglicht, bis heute durchzuhalten.“ (Charles Reeve/ Xi Xuanwu, Die Hölle auf Erden, a.a.O., S. 36/37.)
Ja, ProletarierInnen sind für das Kapital Arbeitstiere. Und um die männlichen Arbeitstiere bei Laune zu halten, werden manchmal für sie „Fotzen“ angemietet. Doch manchmal regt sich auch im Proletariat das menschliche Bedürfnis, sich gegenüber Menschen solidarisch zu verhalten, sie nicht einfach als Objekte zu sehen, die mensch für Geld anmietet und dann benutzt, und gewalttätig gegenüber ihnen wird, wenn sie nicht so funktionieren, wie sie sollen. Dass obige Beispiel zeigt, dass die ProletarierInnen schon im reproduktiven Klassenkampf innerhalb des Kapitalismus nicht nur für ihre materielle Interessen kämpfen, sondern auch für ihre Bedürfnisse nach wärmeren zwischenmenschlichen Verhältnissen, die sie gegen die gefühlskalte Logik der Kapitalvermehrung durchsetzen müssen. Beispiele wie das oben geschilderte Ereignis geben Hoffnung auf eine klassen- und staatenlose Gesellschaft, die nur durch die revolutionäre Selbstaufhebung des Proletariats Wirklichkeit werden kann.

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Inhalt

Einleitung
I. Die ersten Keime des Kapitalismus im alten China
1. Allgemeine Betrachtungen über den vorindustriellen Kapitalismus
2. Der vorindustrielle Kapitalismus in China

II. Die imperialistische „Öffnung“ Chinas durch das Auslandskapital
1. Der globale Industriekapitalismus
2. Opiumkriege, ungleiche Verträge, Gebietsabtretungen und Kapitalexport
3. Russland, Japan und China
4. Ausländischer Imperialismus und chinesischer Nationalismus

III. Die Herausbildung des chinesischen Nationalkapitals
1. Die europäische revolutionäre Nachkriegskrise
2. Die staatskapitalistische Sowjetunion
3. Die chinesische Republik
4. Regionale Warlords und gesamtchinesischer Nationalismus
5. „30.-Mai-Bewegung“, Nordfeldzug und kapitalistische Konterrevolution
6. Staatskapitalistischer Putschismus und imperialistische Konkurrenz um die Ostchinesische Eisenbahn
7. GMD, japanischer Imperialismus, Trotzkismus, Anarchismus und „K“PCh
8. Die sozialökonomische Entwicklung Chinas (1914-1949)

IV. Staatskapitalismus
1. Die Verstaatlichung des Kapitals
2. Bodenreform und Kollektivierung im Agrarsektor
3. Das Verwelken der 100 Blumen
4. Staatskapitalistischer Größenwahn: „Der große Sprung nach vorn“
5. „Die große proletarische Kulturrevolution“: Staatskapitalistische PolitideologInnen gegen proprivatkapitalistische WirtschaftstechnokratInnen
6. Fraktionskämpfe nach der „Kulturrevolution“

V. Chinas Stellung im Weltkapitalismus (1949-1978)
1. China und der globale Staatskapitalismus
2. China und der globale Privatkapitalismus

4. Staatskapitalistischer Größenwahn: „Der große Sprung nach vorn

KapitalistInnen, ManagerInnen und PolitikerInnen sind politökonomische Charaktermaskendes Kapitals, welches konkurrenzförmig vermehrt wird. Der ständige Vergleich mit der Konkurrenz treibt diese an. Höher, schneller, weiter! Der Konkurrenz voraus zu sein, oder wenigstens Boden gut machen, mit dem brennendem Ehrgeiz dieser eines hoffentlich nicht mehr allzu fernen Tages nur noch die Schlusslichter zu zeigen – das ist die Sozialpsychologie der Charaktermasken der Einzel- und Nationalkapitale, wie diese naturwüchsig aus der kapitalistischen Konkurrenz entsteht, sich mit ihr zu einem gewaltigen Motor entwickelt, der produziert, produziert und produziert… Dabei massenhaft das Proletariat verstümmelt, vergiftet und mordet und auch die Ökologie im Interesse der Kapitalvermehrung umgestaltet, sie in eine gewaltige Tankstelle natürlicher Ressourcen und eine monströse Mülltonne für die Abfälle der Kapitalvermehrung verwandelt.
Auch die obersten PolitbürokratInnen Chinas mit ihrem „Großen Vorsitzenden“ an der Spitze waren als Charaktermasken des Staatskapitals von diesem Ehrgeiz mehr als ergriffen, sie waren regelrecht zerfressen davon. China war ein Jahrhundert lang der Spielball fremder Imperialismen, weil es der kapitalistischen Entwicklung hinterher hinkte. Aber damit ist jetzt Schluss! Die Partei, Vater und Mutter der Nation, zeigt allen unerschütterlich den Weg nach vorn!
Die Kapitalvermehrung ist maßlos und damit auch der brennende Ehrgeiz seiner Charaktermasken. Zu viel ist nicht genug! So tickten auch die chinesischen Politbonzen mit Mao an der hierarchischen Spitze. China war in seiner ursprünglichen Industrialisierung und hatte noch gewaltig aufzuholen. So betrug die industrielle Wachstumsrate von 1952 bis 1957 14 Prozent. Das geht aber noch viel besser! Mao stachelte seine Nation im Januar 1958 zu einem „Großen Sprung nach vorn“ an. Den privat- und staatskapitalistischen Konkurrenznationen sollte Hören und Sehen vergehen! Zumal der „große Bruder“ in Moskau seine Warenlieferungen an China 1957 stark eingeschränkt hatte (siehe dazu Kapitel V.1), auch ihm musste gezeigt werden, wo der Hammer hängt!
China war noch immer eine Agrarnation – durch „einen großen Sprung nach vorn“ sollte sie nach dem Willen Maos und seiner Bonzenklasse zu einer Industrienation werden und andere überholen. Völlig voluntaristisch gab sich der „Große Vorsitzende“ dem Wahn hin, dass der eiserne Wille der Nation – wobei er seinen eigenen Größenwahn mit dem Willen der Nation gleichsetzte – Berge versetzen könne. Besonders die Stahlproduktion hatte es Mao angetan, wie Renate Dillmann schrieb: „Letztlich kulminieren der nationale Ehrgeiz des Großen Vorsitzenden und sein Bedürfnis, die Massen dafür zu mehr revolutionärem Elan anzustacheln, der sie Hindernisse aller Art bewältigen lässt, in einer einzigen Zahl: 10,7 Millionen Tonnen Stahl sollen es sein, die 1959, im Jahr des ,Großen Sprungs‘ produziert werden. (Anmerkung von Renate Dillmann: Zum Vergleich: 1950 wurden 0,1, 1957 4,6 Mio. t Stahl produziert…) Ob diese Zahl den tatsächlichen Produktionsmöglichkeiten und -bedürfnissen entspricht, ob sie zum restlichen Stand der gesellschaftlichen Produktion (gibt es genug Eisenerz? Kohle? Transportkapazität? Etc.) passt – all das ist gleichgültig, weil es um etwas anderes geht. Der ,Große Sprung‘, den die KP und vor allem ihr ,Großer Vorsitzender‘ anordnen, soll nicht nur China in all seinen Problemlagen schlagartig nach vorne bringen, sondern auch der Welt die wiedergewonnene Kraft der chinesischen Nation beweisen.“ (Renate Dillmann, China – ein Lehrstück, a.a.O., S. 117.)
So verkündete die „K“PCh auf der zweiten Tagung des VIII. Parteitages der von ihr regierten Nation, dass „China sich in einer großen Periode befinde, in der ein Tag 20 Jahren gleichkäme. Sie ruft dazu auf, mit dem Aberglauben zu brechen und das Denken zu befreien und danach zu streben, Großbritannien und die USA noch früher als geplant einzuholen. (…) Wir haben mehr als 600 Millionen Menschen. Unsere Partei hat engste Verbindungen mit der mehr als sechshundertmillionenköpfigen Bevölkerung hergestellt. Gestützt auf diese große Kraft sind wir in der Lage, alles zu tun oder bald alles zu tun, was die Menschheit vollbringen kann. Es gibt nichts auf der Welt, was wir nicht vollbringen können.“ (Liu Suinian/Wu Qungan (Hg.), China sozialistische Wirtschaft. Ein Abriss der Geschichte 1949 bis 1984, Peking 1984, S. 238f.)
Wenn die politökonomischen Charaktermasken des Kapitals größenwahnsinnig werden, dann müssen dies die ihnen unterworfenen Klassen bezahlen. So war es auch in China während des „Großen Sprungs nach vorn“. Besonders die Landwirtschaft wurde von diesem staatskapitalistischen Größenwahn gewaltig umgestaltet – und sollte nach dem Willen der „K“PCh noch viel gewaltiger umgestaltet werden, was aber in einem großen Fiasko mit Millionen Toten endete. Zur Vorbereitung des „Großen Sprungs“ wurde die Kollektivierung der Agrarproduktion quantitativ und qualitativ von der staatskapitalistischen Partei 1958/59 massiv vorangetrieben. Die aus mehreren Dörfern bestehenden so genannten „Volkskommunen“, welche die Partei ab Juli 1958 schuf, stellte eine neue Qualität der Kollektivierung der Landwirtschaft dar. In ihnen wurde das landwirtschaftliche Eigentum komplett kollektiviert – auch das bisher noch geduldete Privateigentum der BäuerInnen an Gärten und privaten Feldern sowie landwirtschaftlichen Geräten, Schweinen und Hühnern wurde während des „Großen Sprungs“ komplett aufgehoben. Alle Erscheinungen des gesellschaftlichen Lebens auf dem Lande wurde von der größenwahnsinnig gewordenen „K“PCh zwangskollektiviert – die Kinderbetreuung, das Essen, zum Teil auch das private Wohnen und Schlafen. Innerhalb von zwei Monaten wurden 99 Prozent der BäuerInnen in diese „Volkskommunen“ gezwungen.
Durch diese forcierte Zwangskollektivierung sollten die BäuerInnen dazu gebracht werden sowohl die landwirtschaftliche Produktion zu erhöhen als auch noch in dezentralen Hochöfen in den ländlichen Gebieten Stahl zu schmelzen. Sie sollten also nach dem Willen der staatskapitalistischen Partei BäuerInnen bleiben – und zugleich zu IndustriearbeiterInnen werden. Der „Große Sprung nach vorn“ basierte auf der staatskapitalistischen Überausbeutung der BäuerInnen und ProletarierInnen. Bis August 1959 wurden 240 000 kleine Hochöfen errichtet, in denen 4,5 Mio. Tonnen Stahl produziert wurde. In den restlichen vier Monaten des Jahres sollten nach dem Willen der größenwahnsinnigen staatskapitalistischen Partei 6 Mio. Tonnen produziert werden. So arbeiteten ab August 50 Millionen Menschen in Bergwerken oder in den inzwischen 600 000 zählenden Hochöfen. Ab September 1959 gewinnen 20 Millionen Beschäftigte in den Bergbaugebieten unter der politideologischen Führung der „K“PCh mit Hacken und Töpfen Kohle. Für den nationalen Erfolg an der Produktionsfront wurden die Volkskommunen regelrecht militärisch organisiert. Die Arbeitskräfte wurden in Produktionsbrigaden eingeteilt und auch die Einzelhaushalte in sie aufgelöst. Die Ernährung wurde in Volksküchen organisiert, die dadurch „überflüssig“ gewordenen individuellen Haushaltsgeräte – und dazu auch gleich noch für die Agrarproduktion nötigen Hacken und Spaten – wurden für die Stahlproduktion eingeschmolzen.
Der größenwahnsinnige „Sprung nach vorn“ endete in einem großen Fehlschlag. Zwar wurden unter dem politideologischen und geradezu militärischem Kommando der staatskapitalistischen Partei über die vereinte Arbeitskraft der ihr unterworfenen Bevölkerung auf primitiver technischer Grundlage Terrassenfelder angelegt und auf diese Weise neue Agrarproduktionsflächen gewonnen, insgesamt 100 000 Kilometer Landstraßen und Kanäle gebaut, Eisenbahnstrecken von einer Gesamtlänge von 2700 km geschaffen und für Wasserbauprojekte wie Stauseen und Dämme 58 Milliarden Kubikmeter Erde bewegt – dies alles verschlang aber gewaltige Massen an Arbeitskräften, die in der Agrarproduktion während der Ernte fehlten. Diese Ernte war eigentlich gut. Aber durch den Größenwahn der staatskapitalistischen Partei mit ihrem „Großen Vorsitzenden“ an der Spitze konnte sie nicht für die Ernährung der Bevölkerung genutzt werden. Die Ernte überstieg die Kräfte der für sie lediglich mobilisierten Frauen und Alten. Massenweise verdarb Baumwolle und Getreide auf den Feldern, der Großvieh- und Schweinebestand ging zurück. Über 20 Millionen Menschen verhungerten – bei einer eigentlich guten Ernte. Sie wurden ermordet vom staatskapitalistischen Größenwahn, geopfert auf dem Altar des nationalen Erfolges im in wahrsten Sinn des Wortes mörderischen globalen Konkurrenzkampf. Die Menschen, die Maos „Großen Sprung nach vorn“ überlebten, waren jahrelang durch die Überausbeutung ausgezehrt und unterernährt. Doch was zählten in der Tonnenideologie des Staatskapitalismus schon das Leben, die Gesundheit und das Glück von Menschen?!
Aber auch bei der Vermehrung des Staatskapitals hatte sich der „Große Sprung“ als Fehlschlag erwiesen. Unzählige Rohstoffe, Maschinen und Kreditmittel wurden für das unproportionierte Wachstum der Stahlproduktion vergeudet. Bereits begonnene Großprojekte überstiegen die physiologische und psychische Kraft der überausgebeuteten ProletarierInnen und BäuerInnen und stofflichen Ressourcen der Produktion. Auch das Transportwesen war den Anforderungen nicht gewachsen. Der von unqualifizierten bäuerlichen Arbeitskräften produzierte Stahl war zum großen Teil schlecht bis unbrauchbar. Doch die größenwahnsinnigen Charaktermasken des chinesischen Staatskapitalismus konnten und wollten natürlich nicht so schnell zugeben, dass ihre massenmörderische Aufholungsjagt an der Produktionsfront grandios gescheitert war. Zwar wurden nach und nach die Planziffern nach unten korrigiert, aber grundsätzlich wurde am „Großen Sprung“ festgehalten. Die staatskapitalistische Bürokratie ging dazu über, die Lebensmittel zu rationieren, die industriellen Belegschaften zu reduzieren und die Kreditvergabe zu verringern.
Vor allem war die „K“PCh gezwungen bei der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft in den „Volkskommunen“ zurück zu rudern. Vor allem auf Grund des bäuerlichen Widerstandes. BäuerInnenaufstände hatten sich besonders in den Monaten November und Dezember 1958 in den Provinzen Sen-Tcholan, Honan, Ho-Pe, Kann-Sou, Kiang-Si und Kouang-Foung entwickelt, also nach der Bildung der „Volkskommunen“, aber vor dem eigentlichen Beginn des massenmörderischen „Großen Sprung nach vorn“. Die BäuerInnen hatten nach der Überausbeutung durch die staatskapitalistische Bürokratie und der von dieser verursachten Hungersnot nicht mehr die Kraft, zum offenen Aufstand überzugehen, aber die „K“PCh spürte, dass sie den Bogen überspannt hatte, auch wenn sie erst im Januar 1961 zugab, dass der „Große Sprung“ gescheitert war. Bereits 1960 wurden die Volkskommunen stark dezentralisiert. Auch private Parzellen der BäuerInnen neben der Kollektivwirtschaft wurden wieder erlaubt. Durch die wieder legalisierte private Haltung von Schweinen und Geflügel und deren Verkauf auf den Dorfmärkten entwickelten sich bereits in den 1960er Jahren schwache Ansätze einer kleinbäuerlich-individualistischen Warenproduktion.
Wobei allerdings die kleinbäuerlich-kollektive Warenproduktion in den Volkskommunen überwog. Der kleinbürgerliche Demokrat Fritjof Meyer schrieb über diese Mitte der 1970er Jahre: „Dabei sind die Fabrikarbeiter gegenüber den Bauern noch privilegiert, sie erhalten fixe Löhne, während die Bauern nur am wechselhaften Gewinn ihrer Volkskommune bzw. Produktionsbrigade beteiligt sind und zu einem großen Teil noch in Naturalien entlohnt werden. Die Arbeiter verdienen im Schnitt doppelt so viel wie die Bauern. Und die brauchen für ihre eigene Krankenversorgung nichts aufzuwenden. Anders die Bauern. Ihre Landflucht ist durch rigorose Zuzugsgenehmigung für die Städte gestoppt, während Arbeiter und Schüler planmäßig aufs Land ausgesiedelt werden.“ (Fritjof Meyer, Wessen Diktatur in China?, a.a.O., S. 26.)

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